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Geschichte der RHB

Die historische Bahn in den Molke-, Milch- und Luftkurort Heiden
1871 bemüht sich der aufblühende Kurort Heiden im Appenzellerland über dem Bodensee um eine Bahnverbindung zur Handels- und Hafenstadt Rorschach am Bodensee. Nachdem das Adhäsionssystem mit weit ausholendem Trasse über Thal verworfen wird, raten die zugezogenen Eisenbahningenieure Riggenbach und Zschokke zu einem Zahnradprojekt. Da die 6 Kilometer lange Strecke nicht nur einer Verbindung für den Tourismus, sondern auch dem Waren- und Güterverkehr dienen soll, wählen die Initianten die Normalspur mit direktem Anschluss ans bestehende Schienennetz in Rorschach.

Konzessionsgesuch in wenigen Monaten behandelt
Das Eisenbahnkomitee der internationalen Gesellschaft für Bergbahnen in Aarau bearbeitet das Projekt und am 20. September 1873 wird das Konzessionsbegehren an die Bundesversammlung übergeben. Die positive Antwort zum Betrieb der geplanten RHB Rorschach-Heiden-Bergbahn erfolgt am 26. Januar 1874 für die Dauer von 80 Jahren. Die Auflage: Die Erdarbeiten haben vor dem 1. Januar 1875 zu erfolgen und die Linie ist bis zum 1. Juli 1876 dem Betrieb zu übergeben.

Schwierigkeiten beim Bau
Die Bauarbeiten zur Streckenlegung der RHB Rorschach-Heiden-Bergbahn werden im Frühling 1874 aufgenommen. Zwei Abschnitte führen zu grossen Schwierigkeiten: Der Felseinschnitt im Krähentobel ob Wartensee und der Einschnitt bei Winkelsbühl mit dem anschliessenden Damm über das Mattenbachtobel. Ein 130 m langer Bachdurchlass in solider Gewölbekonstruktion wird errichtet und darüber ein hoher Damm aufgeschüttet.

Die RHB geht auf Fahrt
Am 3. September 1875 erfolgt mit grosser Feierlichkeit die Eröffnung des Bahnbetriebes mit 2 Dampflokomotiven und 6 Personenwagen. Bald schon zeigen sich die Vorteile des Zahnstangensystems gegenüber dem Adhäsionssystem und wie weitsichtig die Initianten handelten, als sie sich für die Normalspur entschieden.
In den kommenden Jahren notiert man ein zwar langsames aber doch stetiges Anwachsen des Zugverkehrs und um 1900 wird gar die Weiterführung der Bahn nach Trogen diskutiert, jedoch infolge technischer Schwierigkeiten und unmöglicher Finanzierung fallengelassen.
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Einzigartig schon im 19. Jahrhundert
Am 8. Februar 1908 wird die erste Versuchsfahrt mit dem Saurer 50 HP Tourenwagen auf dem Schienennetz der RHB Rorschach-Heiden-Bergbahn durchgeführt. Die Versuche sind erfolgreich und so wird 1909 das Schienenauto eingesetzt, um für die schwach frequentierten Früh- und Spätkurse der RHB eine günstigere Lösung zu finden. Das umkonstruierte Auto-Schienen-Mobil Saurer 50 HP Tourenwagen befördert bis zu 13 Personen mit einer Geschwindigkeit von 33 km/h über die mehr als neunprozentige Steigung. Und, was heute für die PTT nebst den wirtschaftlichen Überlegungen eine touristische Attraktion darstellt, nämlich die hochmodernen zweistöckigen Kursfahrzeuge im Verkehr Heiden-St.Gallen, ist zu Ende des 19. Jahrhunderts bei der RHB Standard, nämlich der zweistöckige Aussichtswagen. Heute erinnern die offenen einstöckigen RHB-Nostalgiewagen an diese Einzigartigkeit.

Elektrizität bringt Fortschritt
In der zweiten Jahrhunderthälfte ihres Bestehens wird die RHB grundlegend modernisiert. Technische Verbesserungen, Neu- und Umbauten, aber auch zunehmend Finanzierungsprobleme durch die «Elektrifikation» finden vorerst ihre Lösung in einem Bundesdarlehen. Am 15. Mai 1930 wird der elektrische Betrieb mit zwei Lokomotiven und zwei Personenwagen aufgenommen.

RHB-Eigenbau «Roter Pfeil»
1938 geht das selbstkonstruierte Leichtfahrzeug für Früh- und Spätverbindungen, genannt der «Rote Pfeil», auf die Schiene. Ein Schienenfahrzeug mit einem Benzin-Motor Marke Hispano-Suiza, 32 PS, das 20 Fahrgästen Platz bietet und mit einem Post- und Gepäckraum ausgestattet ist. Das weltweit einzigartige Fahrzeug dieser Art bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h bergwärts ins Appenzellerland über dem Bodensee.

RHB - Bahn-Endstation mit Zukunfts-Anschluss
Heiden am Ende der RHB-Zugsverbindung ins Appenzellerland über dem Bodensee ist eine Normalspurbahn-Kopfbahn mit direktem Anschluss zum internationalen Schienennetz. Und, der RHB-Bahnhof Heiden ist der Anschlusspunkt zum Netz der PTT, welches das Appenzellerland über dem Bodensee bis in die hintersten Tal- und Hügel-Ecken erschliesst. Mit der PTT-Verbindung oder zu Fuss auf dem eindrücklichen Witzwanderweg zum Berg-Bahnhof der RhW Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn ist der Kreislauf zum SBB-Netz und zur Euregio-Bodensee-Schiffahrt lückenlos geschlossen.
Unter diesen Perspektiven setzt die RHB Zeichen mit aktivem Tourismus-Standort-Marketing und kundenorientierter Bahn-Technologie. Mit attraktivem Rundreiseangebote für die Euregio Bodensee mit Bahn und Schiff und modernstem Zug-Reisekomfort. Mit einmaligem Aussichtserlebnis und touristischer Einzigartigkeit im Bereich einer eigenständigen, erlebniswerten appenzellischen Kultur. Und nicht zuletzt mit dem sommerlichen Rosa-Nostalgieangebot ins Biedermeier-Dorf Heiden.

RHB-BDeh 3/6 - der modernste Bergbahn-Gelenktriebwagen Europas
Rosa, die kleine grüne Nostalgie-Dampflokomotiv-Dame aus dem Jahre 1951 und der rund 50 Jahre jüngere hochmoderne RHB-Gelenktriebwagen, der am 5. September 1998 offiziell in Betrieb genommen wurde, teilen sich nun das RHB-Schienennetz.
Die neue RHB-BDeh 3/6 - ein Fachbegriff, der wohl nur bei Loki-Freaks ankommen wird - verfügt über rund 100 Sitzplätze, im Gegensatz zum bisherigen Angebot von 57 Sitzplätzen. Der Gelenktriebwagen ist unterhaltsfreundlicher, ökonomischer und ökologischer und bei gleichem Aufwand mit doppelter Kapazität einsetzbar.
Das Aussergewöhnliche dabei: die neue Drehstromtechnik ermöglicht die Rückspeisung des bei den Talfahrten erzeugten Stroms, der bei den alten Lokomotiven als Wärmeenergie in die Luft abgegeben wird. Die neue RHB-BDeh 3/6 wird dadurch weniger Energie verbrauchen.